Talk-Runde im rabatz widmete sich aktuellen Fragen der Gesellschaft
Kandidaten stellten sich der JugendDie Landtagswahlen kommen immer näher, in weniger
als zwei Wochen wird über die politische Zukunft Bayerns entschieden.
Höchste Zeit sich über die Kandidaten und Parteien zu informieren. Eine
Informationsveranstaltung unter dem Motto «Auf Augenhöhe - Zukunft
gestalten» fand hauptsächlich für Jugendliche und junge Erwachsene in
Form eines Politikbrunches im Jugendhaus «rabatz» statt.
HERZOGENAURACH
- Besonders junge Wähler sind wenig über die Parteien, deren Kandidaten
und Forderungen informiert, so luden der Kreisjugendring
Erlangen-Höchstadt, die Evangelische Jugend Erlangen und der Bund der
Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Höchstadt ins «rabatz» ein, um den
Jugendlichen die Chance zu geben, mit den Politikern «auf Augenhöhe»
und bei Kaffee und Kuchen diskutieren zu können.
Hierzu haben
von sechs Parteien je ein Vertreter oder eine Vertreterin zugesagt, um
Rede und Antwort zu stehen: Christa Matschl (CSU), Alexandra Hiersemann
(SPD), Gunther Moll (Grüne) in Vertretung für Manfred Bachmayer, Irene
Häusler (Freie Wähler), Stefan Martin (FDP) und Heiner Fauteck (ÖDP).
Um
möglichst gut ins Gespräch kommen zu können, gab es drei Thementische
an denen die Politiker Fragen zu «Bildung und Schule», «Armut bei
Kindern und Jugendlichen» und «Partizipation junger Menschen»
beantworten und dazu Stellung nehmen sollten. Nach einer mehr oder
weniger kurzen Vorstellungsrunde, bei der die einzelnen Kandidaten das
alleinige Wort hatten und etwas über ihre Person und politischen
Forderungen erzählten, verteilte man sich an die einzelnen Tische.
Am
«Armutstisch» wurde zunächst nach Ideen gegen die Armut gesucht, welche
für Gunther Moll in einem Grundgehalt und Grundsatzentscheidungen in
der Familienpolitik stecken. Die Finanzierung davon sei «kein Problem»,
da das Land reich sei, so Moll. Für die Diskutierenden am Tisch spielt
aber das Geld bei einer Familienplanung eine große Rolle, da man sich
oft auf Grund des Geldes gegen ein Kind entscheidet.
Geldfrage im Hintergrund
Für
Irene Häusler soll die Geldfrage in Zukunft, vor allem wenn es um
Kindergarten und Kinderkrippen geht, eine kleinere Rolle spielen, da
zum Beispiel das letzte Kindergartenjahr künftig kostenfrei sein soll
und in fernerer Zeit Kindergartenbeiträge «komplett erlassen» werden.
Hier waren sich alle einig, dass eine Chancengleichheit entstehen soll.
Trotzdem besteht weiterhin das Problem, dass immer mehr Eltern ihre
Kinder «abgeben» müssen, da oft beide Elternteile berufstätig sind und
so die Erziehung nicht selbst übernehmen können.
Die
Diskussionszeit an jedem Tisch betrug etwa zehn Minuten, danach wurden
die wichtigsten Statements auf die Tische geschrieben, um sie
festzuhalten und bei der nächsten Runde daran anknüpfen zu können. Die
Politiker rotierten anschließend zum nächsten Thementisch, damit sie zu
jeder Frage Stellung nehmen konnten.
Beim großen Thema «Bildung
und Schule» wurden das Beamtendasein der Lehrer und die Lehrerbildung
heftig diskutiert. Christa Matschl findet das Beamtentum prinzipiell
«gut», dennoch sollen Lehrer in Zukunft mehr «nach Leistung bewertet
werden» und die Lehrerbildung müsse unbedingt reformiert werden.
Anderer Meinung war Irene Häusler, denn für sie «geht es auch ohne
Beamte». In Justiz und bei der Polizei benötige man keine Veränderung,
aber bei den Lehrern soll ein «Wettbewerb herrschen», so die Kandidatin
der FW.
Mehr Pädagogik für Lehrer
Eine große
Forderung der jungen Erwachsenen war mehr Pädagogik im Studium für alle
Lehrer. Heiner Fauteck schlägt hierzu eine zusätzliche Lösung vor: Für
jede Klasse solle eine zweite Kraft bereit gestellt werden, dann wären
auch große Klassen kein Problem mehr.
Wenn es nach Stefan Martin
geht, werden in Fächern wie Sport, Musik oder Kunst die Noten ganz
abgeschafft, um den Leistungsdruck für Schüler zu reduzieren. Außerdem
soll Schule in erster Linie ein «Lebensraum» sein und
Freizeitbeschäftigungen wie Sport sollen mit Schule in Zukunft leichter
zu vereinbaren sein.
Einig waren sich hier alle, dass
Jugendparlamente wichtig seien und mehr Rechte erhalten sollen,
außerdem müsse die Mitsprache für Jugendliche Stück für Stück erweitert
werden. Ob eine Herabsetzung des Wahlalters sinnvoll ist und ob sie
dann für alle Wahlen gelten soll, konnte man nicht eindeutig
entscheiden.
Nach knapp eineinhalb Stunden heftiger Diskussionen
beendeten die Moderatoren die Gesprächsrunden. Zum Schluss fassten die
sechs Politiker noch einmal ihre Eindrücke und Forderungen zusammen. Es
sollen auf jeden Fall alle zur Wahl gehen und am besten soll «jeder
noch zehn Leute mehr mitnehmen», so Hiersemann.
Die Mitarbeiter
des Jugendhauses «rabatz» waren insgesamt auch zufrieden, hätten sich
aber eine noch größerer Beteiligung gewünscht.
Wie jedes Jahr führt der Kreisjugendring in enger Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Erlangen-Höchstadt den Ferien(s)pass durch. Ihr könnt in bei uns in der Gesachäftsstelle kaufen, wir haben auch in den Ferien geöffnet. Aktuelle Informationen zu den Fahrten erhaltet Ihr unter www.erlangen-hoechstadt. de
Befragung Ehrenamtlicher 2010 Im Rahmen der Jugendhilfeplanung des Landkreises Erlangen-Höchstadt wird noch in diesem Jahr eine Befragung der ehrenamtlichen Jugendleiter und Jugendleiterinnen stattfinden. Wie bereits bei der Befragung im Jahr 1997 wird es darum gehen, den Grad der Zufriedenheit und der Motivation zu ermitteln und dies angesichts der aktuellen Veränderung von Schule und der immer knapp werdender Zeit. Weiter werden Ausbildungsstand und Fortbildungswünsche abgefragt werden, aber auch aktuelle Unterstützungsbedarfe und die Erfahrungen mit dem neuen Online-Verfahren zur Jugendleitercard (JuleiCa). In der Entwicklung des Fragebogens ist der Kreisjugendring mit eingebunden und auch hierfür sind Vorschläge willkommen.
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Hier geht es zur Jugendberatung im Netz für den Landkreis Erlangen-Höchstadt